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Landeskirche: »Eltern müssen Inhalte und Ausrichtung akzeptieren«

Wenn möglich, fahren alle mit (siehe auch Gegendarstellung!)

E s p e l k a m p (ich), Schülerinnen und Schüler der Birger-Forell-Realschule werden künftig in Ausnahmefällen, zum Beispiel aus religiösen Gründen, von einer Klassenfahrt befreit werden können. An den Fahrten sollten jedoch möglichst alle Schüler teilnehmen. Diesen Beschluss fasste die Schulkonferenz mit 17 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen. Unterrichtsinhalte und auch die religiöse Ausrichtung der Schule blieben dagegen für die Eltern - ohne Ausnahme - verbindlich.

Eltern müssten auch in Zukunft die vom Curriculum vorgeschriebe­nen Unterrichtsinhalte akzeptieren, betonte Werner Prüßner, Sprecher der Evangelischen Kirche. Diese Haltung der Kirche als Trägerin der Birger-Forell-Realschule und des Söderblom-Gymnasiums sei während eines Gesprächs mit den Leiterinnen der beiden Schulen, Christiane Kreft und Christiane Seibel, noch einmal bestätigt worden. So sei es inakzeptabel, dass mennonitische Eltern Seiten aus Biologiebüchern rissen, um zu verhindern, dass ihre Kinder mit Inhalten des Sexualkunde-Unterrichts konfrontiert würden.

Auch die christlich-evangelische Haltung der Schulen müssten Eltern akzeptieren, die ihr Kind am Söderblom-Gymnasium oder an der Birger-Forell-Realschule anmelden, sagte Prüßner.

Zu Beginn des laufenden Schulhalbjahres mussten 29 Kinder mennonitischer Eltern die Birger-Forell-Realschule verlassen. Die Schule hatte den Eltern die Schulverträge aufgekündigt, nachdem diese sich unter anderem geweigert hatten, ihre Kinder mit auf eine Klassenfahrt zu schicken. Viele der betroffenen Schüler wechselten an eine der beiden Espelkamper Hauptschulen. Waldschule und Ernst-Wiechert-Schule klagen bereits jetzt über ein akutes Raumproblem.

Espelkamper Zeitung v. 5. 6. 2002

Gegendarstellung

Zu dem Artikel

"Wenn möglich, fahren alle mit",

erschienen in der Espelkamper Zeitung am 05.06.02, möchten wir Folgendes klarstellen:

Nach Absprache mit dem Schulträger ist es möglich - diese Darstellung ist korrekt -, dass in Ausnahmefällen von der Teilnahme an einer Klassenfahrt befreit werden kann. Nicht korrekt ist, dass religiöse Gründe geltend gemacht werden können. Birger-Forell-Realschule und Söderblom-Gymnasium sind kirchliche Schulen. Jede Familie, die ihr Kind dort anmeldet, verpflichtet sich durch Unterschrift unter den Schulvertrag(§2) "die Grundsätze über die besondere Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule, insbesondere die kirchliche Zielsetzung der Schule" als Teil des Vertrages zu akzeptieren.

Wir bitten, die Gegendarstellung zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

C. Seibel Schulleitung Söderblom-Gymnasium                   

C. Kreft Schulleitung
Birger-Forell-Realschule

 

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