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Die "Mennoniten-Problematik"

(Ich will den Text überspringen und gleich in die Dokumentation!)

Kommentar zum Artikel "Konsenspapier liegt vor" in der Neuen Westfälischen vom 30.4.2002. (siehe auch Dokumentation)

Die Überschrift täuscht. Natürlich haben wir keine Mennoniten-Problematik. Genauer gesagt gibt es ein Problem mit gewissen christlichen Fundamentalisten, die aus dem mennonitischen Umfeld stammen. Dies wird leider sehr häufig nicht differenziert genug gesehen.

Die folgenden allgemeinen Ausführungen geben eine persönliche Meinung wieder, die nicht unbedingt die der Schulleitung, des Lehrerkollegiums oder der Landeskirche als Träger dieser Schule entspricht. 

Mennoniten kannte und kenne ich eigentlich als weltoffene, kooperative Glaubensbrüder, die in der Ökumene vor allem auch als historische Friedenskirche gute Arbeit leisten und mit denen ich gerne zusammen arbeitete.

Was mir in Espelkamp teilweise unter diesem Namen begegnete, kann ich nur als eine verbohrte, autoritäre, intolerante und undemokratische Sekte bezeichnen, die für mich auch kein Christentum lebt, sondern eher den Teufel anbetet, denn diesen vermuten sie hinter allem, was ist. Die Angst regiert diese Kreise, die sich mental mit ihrem dualistischen Weltbild im finstersten Mittelalter befinden.

Besonders teuflisch scheint für manche unsere Schule zu sein, und Abgesandte des Teufels sind hier die Lehrer, bei denen auch schon mal vermutet wurde, dass sie irgendwo am Körper die Zahl 666 eintätowiert hätten.

Wenn nicht gleich Teufel, so sind wir doch Ungläubige, mit denen man möglichst nichts zu tun haben möchte, was ich mit vielen Beispielen und Erfahrungen belegen kann.

Wie es auch sei, die folgende Dokumentation gibt chronologisch die Ereignisse wieder, die vor und nach dem Hinauswurf von 29 Schülerinnen und Schülern geschahen.

Dabei lässt sich feststellen, dass die Eskalation dieses Problems gar nicht bei uns begann, wo dieses Problem im ganzen Umkreis eigentlich am größten war und ist, sondern an Staatsschulen unserer Region. Diese hatten nämlich Fälle von Klassenfahrtverweigerungen der Bezirksregierung Detmold gemeldet, worauf hin Bußgeldverfahren eingeleitet worden waren.

Die Folge war eine Eingabe von Fundamentalisten an die zuständige Landesministerin, Frau Behler, in der sie eine Befreiung von Klassenfahrten forderten.

Dies führte zu einer öffentlichen Diskussion des Gebarens dieser Fundamentalisten, bei der offensichtlich nicht allen deutlich geworden ist, dass es um viel mehr als um Klassenfahrten oder besser Studienfahrten geht, die nur die Spitze eines Eisberges darstellen. 

Vielmehr geht es um die Frage, wie viel Intoleranz unsere Kollegen, unsere Schule, unsere Stadt, unser Land bereit sind zu tolerieren.

Es geht um den Passus der Schulordnung, in dem es heißt, dass Eltern und Schule vertrauensvoll zusammenarbeiten sollen. Dies ist teilweise nicht mehr gegeben. Fachwissen der Kolleginnen und Kollegen, wissenschaftlich fundiert,  wird bezweifelt, was konkret zu Autoritätsverlust führt. Frauen in Hosen und mit kurzen Haaren braucht man schon gar nicht zu akzeptieren.

Lehrer müssen sich sagen lassen, dass das was sie lesen, wissen und vermitteln, nichts taugt, und ob sie wohl überhaupt schon einmal in die Bibel geschaut hätten (wohlgemerkt: wir sind eine kirchliche Schule!). Schülern wird gesagt, dass man (während einer Klassenfahrt) mit Ungläubigen nicht unter einem Dach sein möchte. Inzwischen könnten die Kollegen unserer Schule ein Buch schreiben.

Kurz: Diese Leute stören massiv den Schulfrieden und versuchen zu verhindern, dass Erziehungsziele des Schulordnungsgesetzes angestrebt werden wie:

  • Erziehung im Geiste der Menschlichkeit, 
  • der Demokratie und der Freiheit, 
  • zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen,
  • in Liebe zu Volk und Heimat, 
  • zur Völkergemeinschaft und 
  • Friedensgesinnung.

(nach: Schulordnungsgesetz de Landes Nordrhein-Westfalsen, § 1, Abs. 2)

Die Probleme an unserer Schule waren inzwischen so groß, dass eine Minderheit die Mehrheit dominierte und nicht ein Stück weit den Wünschen eben dieser Mehrheit entgegenkam. Studienfahrten mussten abgesagt werden, weil eine Minderheit nicht bereit war einzulenken. Unzählige Gespräche mit "mennonitischen" Vertretern zeigten vor allem eines: 

die völlige Dialogunfähigkeit diese Menschen.

Darauf hin beschloss die Landeskirche ernst zu machen mit ihrem Schulvertrag und den bisherigen "weichen" Kurs zu ändern und auf der Einhaltung des von den "Mennoniten" unterschriebenen Vertrags zu bestehen. Darauf hin geschah, was die meisten schon erwartet hatten: Der Vertrag wurde nicht eingehalten. Die Konsequenz der Landeskirche: Kündigung des Vertrags und Verweisung von 29 Schülern von der Schule.

Da die Schüler aber beschult werden müssen, zumindest von den Staatsschulen, ging das Gezeter los und aus allen veröffentlichten Stellungnahmen kann man eines auf jeden Fall herauslesen: An den meisten Schulen im Umkreis waren die mennonitischen Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen nicht sehr willkommen. 

Es passierte, was passieren musste: Das Verhalten gewisser "mennonitischer" Eltern beginnt rabiat die Schulstruktur zu verändern und bringt die Verantwortlichen in beachtliche Schwierigkeiten, wie man aus den neuesten Veröffentlichungen erfahren kann. Die Zukunft ist offen. Seit heute (4.4.2002) ist wieder mal ein runder Tisch im Gespräch und der neue Integrationsbeauftragte der Landesregierung stellt demnächst ein 8-Punkte-Programm vor, mit dem die Schulprobleme gelöst werden sollen. 

Ich wette: Die "Mennoniten" werden sich durchsetzen und kein Entgegenkommen zeigen.

Ich empfehle allen, die sich mit dem Weltbild dieser Fundamentalisten vertraut machen wollen, das Buch "Himmel - Hölle - Welt" von Lena Klassen, erschienen im BMV-Verlag Robert Burau, Lage-Hörste 2001.

Ulrich Schlick

Hier geht es zur Dokumentation

 

 

 

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