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„Ich fühlte mich hier gleich gut aufgehoben“

Pilotprojekt: Fünf Praktikantinnen schlossen in Benkhausen Diakonisches Praktikum ab

  Espelkamp-Benkhausen (Kas). Gefühle sprechen oftmals die deutlichste Sprache: Kaum hatten die Praktikantinnen des Sowi-Kurses der Birger-Forell-Realschule den Innenhof des Schosses Benkhausen betreten, stürzten einige Bewohner auf sie zu und nahmen sie in die Arme. „Hallo, Janine, hallo Stefanie. Schön, das ihr wieder bei uns seid.“

Zur Abschlussbesprechung waren vier der fünf Neun- und Zehntklässlerinnen der in Trägerschaft der Landeskirche befindlichen Realschule in die Zweigeinrichtung des Witte­kindshofes nach Benkhausen gekommen. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Ulrich Schlick, ihrer Praxisanleiterin Meike Wassmann-Fliedner und einigen Bewohnern zogen sie eine überaus positive Bilanz, obwohl das Halbjahres-Praktikum noch bis Ende Juni läuft. Das Schülerinnen-Quintett war in fünf verschiedenen Bereichen der diakonischen Einrichtung eingesetzt: Angelika Fast arbeitet im "Maidenheim", Doreen Schünke in der "Gruppe V“, Janine Brinkmeier im Johann-Heinrich-Wichern-Haus, Stefanie Wenzel im Amalie-Sieweking-Haus und Jennifer Dyck im Theodor-Fliedner-Haus.

In Absprache mit den Leitungsgremien der Landeskirche und des Wittekindshofes wurde dieses Praktikum im Kursus Sozialwissenschaften als Pilotprojekt vereinbart. Dabei geht es darum, den Unterricht in die Praxis umzusetzen. Zwei Stunden pro Woche - insgesamt 40 im Halbjahr - waren die Fünf in den einzelnen Bereichen - immer in Absprache mit den Hausleitungen - eingesetzt. Das Praktikum läuft seit Ende Januar. Zuvor sind die jungen Frauen von ihrem Lehrer auf ihre ungewöhnliche Aufgabe vorbereitet worden. In einem Zwischen­ und Abschlussbericht müssen sie ihre Erfahrungen reflektieren und niederschreiben. Dieser Teil des Praktikums wird auch benotet. Erst dann wollen die Birger-Forell-Realschule und der Wittekindshof entscheiden, ob sie dieses Praktikum auch im kommenden Jahr in dieser Form weiterführen wollen. Im übrigen sind 15 weitere junge Frauen im Ludwig-Steil-Hof eingesetzt.

Bei Janine Brinkmeier hat die Arbeit auf Schloss Benkhausen schon konkrete Folgen: Sie will im Anschluss an die Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten, Auch ihre Kolleginnen haben Interesse einen sozialen Beruf zu erlenen. So sind die Aussichten, das Projekt fortzusetzen, überaus positiv. Diakon Thomas Dullweber hofft, dass die überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit der Realschule weiterlaufen kann. Sowohl Lehrer Schlick als auch Dullweber stellten fest, dass es mit den fünf jungen Frauen keinerlei Kommunikationsschwierigkeiten gegeben habe.

Beide Seiten hätten voneinander gelernt. Die Bewohner erlebten Abwechslung und die jungen Menschen lernten, Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen.

„Ich fühlte mich hier gleich gut aufgehoben. Viele Bewohner sind mir in meiner Gruppe schnell ans Herz gewachsen", so einige Teinehmerinnen.

Neue Westfälische v. 13.06.2002

 

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