Bericht über das Praktikum im Wittekindshofvon
Hanna Klopotteck 10a
(Oktober 2004)

Vom 13.10.2004 bis zum
17.10.2004 habe ich an einem Praktikum in der Einrichtung des
Wittekindshofes in Bad Oeynhausen teilgenommen.
Durch Herrn Schlick wurde ich im
Wahlpflichtfachunterricht vorbereitet durch Filme und Gespräche. Schon während
dieser Vorbereitungszeit habe ich gemerkt, dass mich die Arbeit mit Menschen mit
Behinderung sehr angesprochen hat.
Nach unserer Ankunft beim
Wittekindshof wurde uns durch einen Mitarbeiter die bevorstehende Arbeitswoche
erklärt und eingeteilt. Ich kam in das Schülerdorf.
Dort leben Kinder und
Jugendliche im Alter von ca.12-20 Jahre mit geistiger, körperlicher und
Lernbehinderung. Diese Jugendlichen leben in dem Haus wie in einer Familie. Je
zwei Menschen mit Behinderung teile sich ein Zimmer, für alle gibt es eine
gemeinsame Küche, ein Wohnzimmer und ein Esszimmer.
Vormittags bin ich mit zum
Schulunterricht dieser Kinder und Jugendlichen gegangen. In dieser Schule findet
ein auf die Behinderung des Einzelnen angepasster Unterricht statt, z.B. lernt
ein Zwanzigjähriger den Mathestoff eines Zweitklässlers.
Mit Jugendlichen und Kindern mut
Schwertbehinderung werden motorische Übungen gemacht. Der Unterricht läuft
völlig anders ab als in einer normalen Schule. Jeder bekommt unterschiedliche
Aufgaben nach seinen Fähigkeiten. Für jede vollbrachte Aufgabe gibt es ein
dickes Lob. Das fördert das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl und ist
Ansporn zum Weitermachen.
Zum Mittagessen geht es zurück
zur Gruppe wo gemeinsam gegessen wird. Danach ist bis halb drei Mittagspause. In
dieser Mittagpause findet der Schichtwechsel für das Betreuungspersonal statt.
Es findet ein Übergabegespräch
statt, indem alle Vorkommnisse aus der letzten Schicht besprochen werden. Der
Nachmittag steht allen Bewohnern zur freien Verfügung. Es werden Hobbygruppen
angeboten und verschiedene Veranstaltungen (z.B. Fahrt in den Werre Park).
Soweit mir bekannt ist, findet
auch ein gemeinsames Abendessen statt. Jeden Montag findet in dieser Gruppe mit
Bewohnern und Betreuern ein Gespräch über aufgetretene Probleme, Erfahrungen der
vergangenen Woche und Organisatorisches statt.
Durch dieses Praktikum habe ich
einen kleinen Einblick in die Lebens- und Tätigkeitsbereiche von Menschen mit
Behinderung bekommen und sehe aus meiner Sicht keine Probleme mit Menschen mit
Behinderungen zu arbeiten und, weil ich der Meinung bin, dass jeder Mensch mit
seiner Persönlichkeit, Fähigkeit und Möglichkeit im Vordergrund steht.
Auch im Umgang mit Menschen bin
ich sehr aufgeschlossen und habe in dieser Woche guten Zugang und das Vertrauen
von Menschen mit Behinderungen und des Mitarbeitern gewonnen.
Ich habe gemerkt, dass ein
strukturierter Tagesablauf für die Menschen mit Behinderungen und das Vertrauen
zum Betreuer sehr wichtig sind und zu Weiterentwicklung des Einzelnen beitragen.
Auch habe ich gemerkt, dass ich
für diese Menschen nicht der gute Kumpel sein kann, sondern dass ich in
gewisser Weise eine Autorität darstellen muss.
Nach Abschluss des Praktikums
und vielen Gesprächen mit einzelnen Mitarbeitern des Wittekindshofes sehe ich es
als Herausforderung und Erfüllung einen Beruf in dieser Richtung zu wählen.
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