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Archiv Der Neubau Birger Forell

Wer war Birger Forell?

Die Bedeutung Birger Forells für die Stadt Espelkamp und unserer Schule ist enorm. Wer war dieser Mann, ohne den offenbar auch diese Homepage gar nicht vorliegen würde? Die folgenden "biographischen Notizen" sowie Fotos stammen aus der Broschüre "Birger Forell - Sein Wirken für Espelkamp", hrsg. von Ernst Kreuz im Zusammenwirken mit dem Presbyterium der Evangelischen Martinskirchengemeinde Espelkamp (1982). Weitere bibliographische Hinweise siehe dort.

Gedenktafel für Birger Forell in Berlin

Artikel in Wikipedia.de

BIOGRAPHISCHE NOTIZEN

geschi3.jpg (5814 Byte)Am 27. 9. 1893 wird Birger Forell in Söderham an der schwedischen Küste nördlich von Stockholm geboren. Seine Eltern waren sehr einfacher Herkunft, der Vater ein Kutscher, später Privatchauffeur. Das Geld reichte bei vier Kindern nie sehr weit. Birger Forell war darauf angewiesen, nach dem Abschluss der mittleren Reife sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Er ging nach Karlstad auf die Handelsschule, wurde nach Abschluss der Schule dort Handelsschullehrer, bemüht, die Zeit zu nützen, um weiter zu lernen. Er bereitete sich selbständig auf das Abitur vor und legte die Reifeprüfung im Dezember 1915 als Externer am Stockholmer Gymnasium "Norra Latin" ab.

Im Januar 1916 bezieht der 22 jährige Student die alte schwedische Universität Upsala. An das theologisch- philosophische Examen schließt sich 1919/1920 ein Wintersemester in Tübingen und dann 1920 das Sommersemester in Marburg an. Hier beginnt seine enge Bindung an Deutschland und die tiefe Liebe zu seinen Menschen. Eine besondere Freundschaft verbindet ihn von der Marburger Zeit an mit dem bedeutenden Religionswissenschaftler Prof. Rudolf Otto.

1921 besteht Forell die beiden theologischen Examen.

Am 16. 5. 1921 wird er in Upsala ordiniert. Schon während seines letzten Studiensemesters hat ihn der große schwedische Erzbischof Nathan Söderblom (nach dem unser benachbartes Gymnasium benannt ist. Anm. d. Verf.) als Sekretär und Mitarbeiter herangezogen.

1921-1926 wird Forell Seemannspastor in Rotterdam.

1926-1929 ist er als Pastor in Tillinge, einem kleinen Ort in der Nähe von Upsala.

Im Winter 1927/1928 nimmt ihn Prof. Otto als seinen Assistenten auf eine religionswissenschaftliche Forschungsreise nach Indien mit. Dort kommt Forell in Berührung mit Ghandi und wird Mitarbeiter der "Friedensbewegung der Weltreligionen". Noch in Indien erhält Forell die traurige Nachricht, dass nun auch der ältere seiner beiden kleinen Söhne gestorben ist; der jüngere war schon ein Jahr zuvor einer schweren Krankheit erlegen. Er bricht die Reise ab und kehrt zu seiner Frau nach Schweden zurück.

1931 wird den Eltern noch einmal ein Sohn geschenkt, Urban Forell.

1929 geht Forell als Gesandtschaftspfarrer und Pastor der schwedischen Gemeinde nach Berlin. Es ist die Zeit der großen Weltwirtschaftskrise. In Deutschland breitet sich die Arbeitslosigkeit verheerend aus, erfasst auch viele Schweden von Forells Berliner Gemeinde. Tag für Tag klopfen Arbeitslose an die Tür des Pfarrhauses und bitten um Hilfe. "Man kann ja doch die Mitmenschen nicht verhungern lassen. Solange noch ein Pfennig da ist, muss man ja geben. Doch dies ist alles erst das Vorspiel zu der großen Notzeit, die mit dem Jahr 1933 hereinbricht. Nun geht es nicht mehr allein darum, den Hungernden eine Mahlzeit zu reichen, sondern Verfolgte des Nationalsozialismus zu verbergen, ihnen in ihrer Verzweiflung neuen Mut zuzusprechen, vielleicht ihnen einen rettenden Pass ins Ausland zu besorgen. Forell steht entschieden auf der Seite der Bekennenden Kirche. Er wird ihr ein sorgsamer Freund und Berater in gefährlichen Augenblicken. Sein Pfarrhaus wird zum Treffpunkt der Bedrängten. Trost und Rat gehen von ihm aus. Es kann nicht ausbleiben, dass die Gestapo auf ihn aufmerksam wird. Sein Telephon wird überwacht, sein Haus ständig beobachtet; dabei übersieht die Gestapo glücklicherweise, dass das Pfarrhaus durch den Garten noch einen zweiten Ausgang zu einer belebten Straße hat, durch den die Hilfesuchenden unbemerkt zu ihm gelangen können. Forell bleibt in dieser wichtigen Aufgabe in Berlin, bis die Nationalsozialisten 1942 auf seine Abberufung drängen, weil ihnen der mutige Mann, Retter und Beschützer vieler politisch und rassisch Verfolgter in jenen Jahren zu unbequem geworden ist.

Ab 1942 ist Forell Hauptpastor an der Caroli-Kirche in

 der westschwedischen Textilstadt Boras, 

allerdings mit häufigemallerdings mit häufigem

1943 beruft ihn der Weltkirchenrat zur Betreuung der deutschen Kriegsgefangenen in England. Für Forell bedeutet es ein jahrelanges Unbehaustsein, ein ständiges Umherreisen von einem Lager zum anderen, Gottesdienste halten, Verwundete und Kranke besuchen, seelsorgerliche Gespräche mit den Verzweifelten, Niedergeschlagenen und Gedrückten führen und versuchen, ihnen Hilfe und Halt zu geben. Auch viele organisatorische Fragen müssen geklärt werden. Unter den Gefangenen ist ein verzweifelter Hunger nach Büchern, nach Unterhaltung, Beschäftigung, um dem trostlosen Nichtstundürfen hinter Stacheldraht entrinnen zu können; so viel angstvolles Fragen nach dem Schicksal der Angehörigen in der Heimat, Unruhe, Ungewissheit, Zagen und Zweifel. Noch während des Krieges hat Forell für die Gefangenen die Einrichtung eines Hochschullagers bei den Engländern durchgesetzt. Hier können junge Theologen ausgebildet werden, die allmählich die Seelsorge in den Lagern übernehmen, und Forell erreicht es auch, dass die in Norton Camp abgelegten Prüfungen später in Deutschland anerkannt werden. Norton Camp wird eine Zentrale für die gesamte geistige und geistliche Betreuung der deutschen Kriegsgefangenen in England.

Die Aufgaben in England nehmen immer mehr an Umfang zu. "Es ist nicht leicht, den Mut nicht zu verlieren; aber durch uns kann anderen geholfen werden..." In dieser Überbelastung sieht sich Forell plötzlich in seinem Gewissen vor eine neue Aufgabe gestellt, die ihm so dringend ist, dass er sich ihr nicht entziehen darf, obwohl er sich auch nicht von seinen bisherigen Pflichten lösen kann. Es ist die Not der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, auf die er stößt, als er im Herbst 1945 auf einer kurzen Reise in Deutschland ist. Er wollte deutsche Hilfe für die Kriegsgefangenen in England mobilisieren, nachdem nun der Krieg vorbei ist, und sieht sich einem Elend gegenüber, das alle Vorstellungen übersteigt.  "Es kann kein Zweifel sein, dass die große Not der Zivilbevölkerung in Deutschland in der augenblicklichen Lage einen der größten Anrufe bedeutet, die je an die christlichen Kirchen ergangen sind ..."

Schon 1944 hat Forell mit seiner Frau Calise geb. Strindberg das Boraser "Komitee für christliche Nachkriegshilfe" gegründet. Seine Gemeinde sammelt Kleider, Schuhe, Lebensmittel, Medikamente, Geld - eine erste Hilfe geht von Boras in die Flüchtlingslager in Deutschland. Es folgen viele Jahre hindurch immer neue Transporte. Das "Tauwetter der Barmherzigkeit- hat begonnen, an dem das schwedische Volk und Birger Forell hervorragenden Anteil haben.

Seit 1947 wird Forell einer der Initiatoren zur Gründung der Flüchtlingsstadt Espelkamp. Mit unendlich vielen Hilfen aus Schweden und großer Liebe hat er diese junge Stadt bedacht.

Im Sommer 1948 sind die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus England zurückgekehrt. Damit ist auch Forells Auftrag erloschen, der ihn vier Jahre lang nach England und immer wieder nach Deutschland geführt hatte. Jetzt kehrt er in seine Gemeindearbeit in Boras zurück, aber das deutsche Schicksal lässt ihn nicht mehr los. Freunde stellen ihm in Mittelschweden ein Schloss zur Verfügung, und Forell macht daraus eine Begegnungsstätte zwischen Deutschen und solchen Ausländern, die im Krieg unter den Deutschen und der deutschen Besetzung ihrer Heimat gelitten haben. Sechs Wochen dauern die Kurse in Gripenberg, zu denen die Gäste eingeladen werden.

1951 entschließt sich Forell, die Sicherheit seines Pfarramtes in Boras preiszugeben, um ganz frei zu sein, den Verzweifelten in Deutschland helfen zu können. Schwierigkeiten stellen sich seinem Entschluss entgegen. Die schwedische Kirche zögert, bei Anerkennung aller Verdienste, die Forell sich erworben hat, ihn noch einmal für die Arbeit in Deutschland freizugeben. Als er endlich auf sein Drängen vorzeitig pensioniert wird, muss er eine erhebliche Kürzung seiner Pension hinnehmen. "Ich habe mich bereit erklärt, diesen Preis zu bezahlen. Das ist mein freiwilliger Lastenausgleich für die Flüchtlinge..."

Forell ruft die "Deutsch-Schwedische-Flüchtlingshilfe" ins Leben, die es sich zur Hauptaufgabe macht, den heimatvertriebenen Bauern bei ihrer Wiederansiedlung zu helfen. Nach dem letzten Rechenschaftsbericht vor Forells Tod sind es über drei Millionen Mark an Spenden und staatlichen Zuschüssen, die diese Aktion aufwenden konnte. In 1644 Fällen gab sie materielle Hilfe. Über 500 Flüchtlingsbauern bekamen durch sie wieder einen Hof vermittelt. Unübersehbar bleiben die Anregungen, die durch Forells Initiative in weite Kreise ausgegangen sind, ebenso unwägbar die seelische Hilfe, die sein Wirken für die Flüchtlinge bedeutet hat.

Am 4. 7. 1958 ist Birger Forell gestorben und auf dem Dorfkirchhof von Onsala südlich von Göteborg begraben worden.

Die "Deutsch-Schwedische-Flüchtlingshilfe" stellt zwei Jahre nach seinem Tod die Arbeit ein, doch führt die von der Evangelischen Kirche in Deutschland ins Leben gerufene "Birger-Forell­Stiftung" die von Forell mit so großer Liebe und unermüdlicher Hilfsbereitschaft getane Aufgabe weiter.

Forells Grabstein.tif (1216356 Byte)Der Grabstein Birger Forells; die Stadt

Espelkamp lässt auf seinen Grabstein

schreiben: "Ihrem Gründer in Dankbarkeit -

Die Flüchtlingsstadt Espelkamp

 

1961 wird in Berlin-Wilmersdorf am Gemeindehaus der lutherischen schwedischen Gemeinde ein Relief enthüllt, dessen Text das Wirken Forells knapp zusammenfasst:

Birger Forell

1929-42 schwedischer Pfarrer in Berlin

Schützer und Retter vieler Verfolgter 1933-45

Helfer und Freund deutscher Kriegsgefangener in England.

Er schuf die deutsch-schwedische Flüchtlingshilfe, um vertriebenen

Bauern neue Heimat zu geben.

Seiner Entschlossenheit ist die Gründung der Flüchtlingsstadt

Espelkamp zu danken.

Erklärungen:

Bekennende Kirche, seit 1934 die Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche, die dem Machtanspruch der Nationalsozialisten und der "Deutschen Christen" entgegentrat,

Gestapo, Abkürzung für die nationalsozialistische "Geheime Staatspolizei

 

NEU:

"Tag der offenen Tür"

Basketball-Kreismeisterschaften 2007

Anmeldetermine

Matheolympiade

Studienfahrten:

Prag 2007

Segeltörn auf dem Jisselmeer. mehr...
 

Archiv:
Projekt 2007 " 

Abschluss 2007"

Sally Perel an der BFR

Fotoalbum "Mopsmalheur"

Theaterfrühling 2007 an der Birger-Forell-Realschule

Vorlesewettbewerb

Erfolge bei der Matheolympiade

Neues Musical an der BFR:
Doch Häwelmann kriegt nie genug

Abschluss der Jahrgangsstufe 10 2006 (Foto und Namen)

Theater an der BFR:
Die Kusskrise am 30.03.06 in der Aula der BFR
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Theater an der BFR:
MOMO am 2.3. und 3.3.06 in der Aula der BFR!

Tag der Offenen Tür
am 21. 1. 2006

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Abschluss 2005

Besuch der Bundeswehr

Projekt Zeitreise

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Fotoalbum "Männersache"

Schülerzeitung BFReloaded

Lese- und Rechtschreibschwäche

Schülerinnen und Schüler unterstützen Flutopfer in Sri Lanka

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Alle Rechte liegen bei der Birger-Forell-Realschule. Webmaster-Kontakt Letzte Aktualisierung 09.01.2008; v.i.S.d.P: Ulli Schlick