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In der besonderen Form der internationalen Begegnung dienen Studienfahrten der Völkerverständi­gung und dem Frieden sowie der Einübung von Toleranz. In diesem Zusammenhang sind vor allem der Schüleraustausch mit Nagykörös (Ungarn) und Borås (Schweden) erwähnenswert. (Schlick)

Schüleraustausch Espelkamp Ungarn (Nagykörös)

Begonnen hat der Kontakt unserer Schule mit Ungarn durch Andrea Urban, einer Lehrerin der Arany-Janos-Schule, und zwei ungarischen Kindern, die sechs Wochen lang in Espelkamp an unse­rer Schule Gäste waren und auch die 7. Klassen nach Wangerooge begleitet haben. Im Gegenzug dazu wurden alle 7.Klassen nach Nagykörös eingeladen. Insgesamt 67 Schülerinnen und Schüler und drei LehrerInnen der Birger-Forell-Realschule fuhren im Oktober 1996 zum ersten Mal nach Ungarn.

Im April 1997 waren ungarische Lehrerinnen und Lehrer sowie ungarische Schülerinnen und Schüler bei uns zu Gast. Bei beiden Besuchen gab es zahlreiche gemeinsame Aktivitäten, die wo­chenlang vorher bereits angekündigt, und über die hinterher (in der Lehrerkonferenz und mittels einer Ausstellung im Schulflur durch zahlreiche Fotos, Berichte etc.) ausgiebig berichtet wurde.

Im Sommer 1997 wurden Familien unserer Schule dazu eingeladen, gemeinsam mit Schülern und Lehrern die Sommerferien am Balaton in einem Camp zu verbringen, was von insgesamt 24 Perso­nen mit viel Freude wahrgenommen wurde.

Der zweite Ungarnbesuch unserer Schule in Nagykörös fand vom 21.4. bis 30.4.1998 statt.

Ein Schüleraustausch betrifft den Bereich des "interkulturellen Lernens". Interkulturelles Lernen wird in den Richtlinien als "selbständige Aufgabe von Schule" [1] gesehen. Schülerinnen und Schüler leben heute in einer multikulturellen Gesellschaft. Sie sollen lernen, andere Kulturen kennenzulernen und anzunehmen. Dazu kann ein Schüleraustausch in besonderem Maße dienen: "In einer Zeit, in der in Europa Grenzen verschwinden und in der immer häufiger eine Weltinnenpolitik und eine in Frieden lebende Weltgemeinschaft gefordert wird, müssen unserer Schulen zu Weltoffenheit und Solidarität mit der gesamten Menschheit erziehen.“[2]

In den Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten in Nordrhein-Westfalen werden inter­nationale Fahrten als Schulfahrten vorgeschlagen: „Internationale Begegnungen haben den Zweck, persönliche Verbindungen zwischen deutschen und ausländischen Schulen oder Schülergruppen zu schaffen und zu pflegen. Sie sollen das Verständnis für die Eigenart des Partners in der Jugend wecken und dadurch zur Verständigung der Völker beitragen.“[3]

Der Schüleraustausch mit Ungarn bietet sowohl den ungarischen als auch den deutschen Schülerin­nen und Schülern konkrete Lernmöglichkeiten. Die Besuche finden im jährlichen Wechsel, einmal in Deutschland und einmal in Ungarn statt.

Die Schülerinnen und Schüler werden dabei in Gastfamilien untergebracht. Innerhalb der Familie sind die Kinder an den privaten Aktivitäten beteiligt, es gibt aber ebenso viele gemeinsame Unter­nehmungen (Discoabend, Sportnachmittag mit Basketball und Fußballspielen, gemeinsamer Besuch von ungarischen/bzw. deutschen Städten und Sehenswürdigkeiten).

Voneinander lernen können die deutschen und ungarischen Kinder auch im gemeinsamen Unter­richt an den an den Schulen in Nagykörös, bzw. Espelkamp.

So können sie voneinander lernen: die ungarischen Kinder lernen, ihre deutschen Sprachkenntnisse (viele von ihnen haben das Fach Deutsch in der Schule) einzusetzen und auszubauen; die deutschen Kinder lernen einige ungarische Sätze und Redewendungen und können sich ansonsten auch mittels der englischen Sprache mit den ungarischen Schülerinnen und Schülern verständigen.

Die Schülerinnen und Schüler, die an diesem Austausch teilnehmen, können für sich die Erkenntnis gewinnen, dass Gemeinschaft und Verständnis füreinander nicht unbedingt von einer gemeinsamen Sprache abhängig sind.

Wo hier in Ungarn oder Deutschland die gemeinsame Sprache aufhörte, begannen Gestik und Mi­mik und die "Sprache des Herzens" zu sprechen.

Sabine Matthäus

 

Ein weiterer Schüleraustausch ist inzwischen Tradition:

Partnerschaft mit Schweden

Der erste Besuch einer Klasse unserer Schule in Borås fand im Jahre 1989 statt. Vorausgegangen war eine Anfrage des 1. Kontaktlehrers Lars Nordling (Engelbrechts-Schule) über das Söderblom-Gymnasium, das bereits einen regen Austausch pflegte. Seitdem findet ein regelmäßiger Austausch statt, so dass im Wechsel in einem Jahr die schwedischen Gäste zu Besuch kommen, im darauf fol­genden Jahr wir mit einer 10. Klasse nach Boras fahren. Babro Ohlsson, Kollegin einer anderen Schule in Boras, organisierte den 3. Be­such in Schweden, während seit 1996 Eta Stüven, Lehrerin an der Boda-Schule, für den Austausch verant­wortlich ist.

Bei uns ist von Anfang an Bernt Brüg­gemann die treibende Kraft des Schüler­austauschs gewesen.

In Schweden sind unserer Schüler meis­tens für 4 Nächte in Gastfamilien unter­gebracht, einmal gibt es eine gemein­same Übernachtung mit den schwedischen Schülern in Stockholm und 2 weitere Übernachtungen finden in einem Selbstverpflegerheim an einem See in der Nähe von Borås statt.

Unsere schwedischen Gäste kommen zusammen mit Schülern des dortigen Bäcking-Gymnasiums, die ihrerseits Gäste des Söderblom-Gymnasiums sind, nach Espelkamp.

Auch wir verfahren in der gleichen Weise, da so Kosten gespart werden können, d.h. wir werden von etwa 35 Schülerinnen und Schülern des Söderblom begleitet.

Im  Laufe der Jahre haben sich auch zwischen den Lehrern sehr intensive und nette Freundschaften entwickelt, so waren die schwedischen Lehrer schon dreimal auch privat in Deutschland zu Besuch und auch die Familie Brüggemann hat im Sommer 1997 eine dreiwöchige Wohnmobilreise nach Schweden unternommen, um alle Bekannten dort zu besuchen. Darüber hinaus besteht ein enger und regelmäßiger Kontakt durch Briefe, E-Mails oder Telefon.

Programmpunkte in Schweden sind u. a.:

Unterrichtsbesuche,

Stadtbesichtigungen (Göteborg, Stockholm, in 2001 zum ersten Mal Oslo),

Reichs- und Vasamuseum in Stockholm,

Sportvergleichskämpfe,

Kanufahrten,

Freizeitparkbesuch,

gemeinsamer Grillabend

Tierparkbesuch

 

Programmpunkte in Espelkamp sind u.a.:

 

  Unterrichtsbesuche,

Stadtbesichtigungen (Münster, Bremen, Hameln),

Freizeitparks: Schloss Dankern, Potts Park, H2O - Bad,

Sportländerkampf Deutschland-Schweden

Disco-­Abend,

Wiehengebirgswanderung,

gemeinsamer Grillabend bei Brüggemanns,

Museumsbesuche: Überseemuseum, Rattenfängermuseum, Museumsdorf, Besucherberg­werk, Besichtigung der Meyer- Werft,

gemeinsame Übernachtung in einer Jugendherberge (Cloppenburg, Vlotho, Hameln)

 

 Neben den allgemeinen sattsam bekannten Zielen eines solchen Austauschs wie z.B. Völ­kerverständigung geht es konkret darum

das schwedische Schulsystem kennenzulernen,

die Gewohnheiten einer schwedischen Gastfamilie kennenzulernen und sich ihr anzupas­sen,

schwedische Sitten und Gebräuche zu erfahren,

sich in einer anderen Sprache zu unterhalten (Englisch),

die geographischen Unterschiede kennenzulernen,

auf sich selbst angewiesen zu sein und sich gemeinsam mit anderen selbst zu versorgen.

Brüggemann/Schlick

[1] Vgl. Richtlinien NRW, (Ev. Religionslehre) Düsseldorf, 1994, S. 169 

[2] Richtlinien NRW, (Ev. Religionslehre) Düsseldorf, 1994, S. 169

[3] S. Schulwanderungen und Schulfahrten in NRW, Köln 1988, S.23

 

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