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Zum Fotoalbum Segeltörn 2004

Studienfahrten

An unserer Schule finden die unterschiedlichsten Studienfahrten statt. Sie können verschiedenen Zielsetzungen dienen. Immer findet jedoch ein Lernprozess statt, der im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten der Schule so nicht denkbar wäre. Städte und Auslandsfahrten sind Anschauungsunterricht für die Fächer Erdkunde, Geschichte, Politik, Kunst. So erschließen sich die jeweiligen Inhalte den Schülern fast unbemerkt, sei es, dass in Amsterdam das Anne Frank Haus besucht wird, in Florenz die Uffizien, in Berlin der Reichstag, das Konzentrationslager in Dachau oder was auch immer.

Erlebnispädagogische Fahrten

Als besonders interessant und spannend können sicher unsere mit einem speziellen Veranstalter durchgeführten Segeltörns auf dem IJsselmeer  gelten, die sich bei uns wachsender Beliebtheit unter Schülern und Lehrer erfreuen.

„Das Segeln ist gleichzeitig ein emotionales, soziales, psychomotorisches, sinnliches und kognitives Erleben und kontrastiert stark mit dem Alltagsleben der Schülerinnen und Schüler, das bei vielen gekennzeichnet ist durch eine städtische, erlebnisarme Umwelt, Reizüberflutung mit Medien und häufig frühem Gebrauch von legalen wie illegalen Drogen. Der Mangel an Entdeckungs- und Erlebnismöglichkeiten unterfordert die Schülerpersönlichkeit, wie gleichzeitig der Umgang mit der eigenen Zukunftsperspektive häufig überfordert.“[1]

Fernsehen, Video, Walkman, Disco, Flipper, Computerspiel erziehen eher den rezeptiv lebenden Jugendlichen, der jedoch gleichzeitig Phantasie, Lernbereitschaft, Beweglich­keit, Entdeckungsfreude entwickeln muss, wenn es um Schulabschluss, Suche nach Ausbildungsplatz, Arbeit und Wohnung geht.

Dieser tiefe Gegensatz führt häufig zu psychischen Krisen, die "auffällig" werden vor allem bei sozial indizierter „Erlebnisfreude“: Drogen, Kriminalität und Gewalt.

Doch kriminelle, Drogen konsumierende Jugendliche sind nur die Spitze eines Eisberges: weniger auffällig werden die resignativen, apathischen, konsumptiven Jugendlichen, die vielleicht ein ebenso großes Problem darstellen oder darstellen werden.

Bevor die Schülerinnen und Schüler an Bord gehen, können –falls die Zeit es zulässt- bereits erste Aktivitäten erfolgen und wirtschaftliche, soziale und kulturhistorische Kenntnisse bei einer Führung durch Kampen erworben werden (Stadtbild, Funde, Dokumente, Kunst). Nach der Besichtigung der Hafenanlagen folgt das Einschiffen und die Begrüßung durch den Skipper.

Die folgenden Tage werden geprägt durch zahlreiche Aktivitäten, die auf Segeln, Schiffsführung und Reiseroute bezogen sind, z.B.:

Törnplanung, Wach- und Diensteinteilung, Segel setzen, streichen und auftuchen, Bedienung von Schoten, Taljen und Winschen, evtl. Navigations-, Kurs- und Standortbestimmungen, Knotenkunde  Spiele an Bord und nicht zu vergessen - die Arbeit in der Kombüse. (Mangels Absprache feierten wir z. b. wahre Kartoffelbreiorgien an Bord!)

Erlebnispädagogische Maßnahmen wie diese Segeltörns fördern die Kompetenzen, die nötig sind, um eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, um sich später zurechtzufinden am Ausbildungs- und Arbeitsplatz.

Im Jahr 2000 war eine Klasse mit der Pouwel Jonas unter der Leitung von Herrn Osterloh auf "Großer Fahrt", im Schuljahr 2000/2001 ging die Klasse 10b unter der Leitung des Klassenlehrers Herr Schlick an Bord der Bontekoe. Man kann eine Unternehmung wie einen Segeltörn eigentlich nicht in Worte fassen, es ist eben etwas ganz anderes. Man ist auf engstem Raum ständig zusammen, man muss also dementsprechend Rücksicht nehmen. Sich zurückziehen kann niemand, weshalb sich alle sehr nahe kommen. Man lernt sich besser kennen, „spricht mit Mitschülern, mit denen man sonst nichts reden würde. Die Stimmung in der Klasse ist jetzt viel besser.“ (Silvia).

Besonders aufregend wird es, wenn das Wetter nicht mitspielt, Windstärke 6 herrscht und die Gläser und Tassen von den Tischen rutschen, wenn niemand mehr einen trockenen Faden am Leibe trägt und die Seekrankheit um sich greift. Wenn Waschbecken mit dem Mageninhalt von Schülern verstopft sind und anfangen überzulaufen und man sich blaue Flecke holt, weil man das Gleichgewicht nicht halten kann, und wenn der Lehrer innerlich schwört, dass er nie, aber nie mehr eine solche Fahrt unternehmen wird, wo er doch ruhig in südlichen Gefilden die Sonne genießen könnte.

Doch wenn dann am nächsten Tag die Sonne scheint, die Segel gehisst sind und das Schiff lautlos im Wind dahingleitet und man sich einer Stadt wie Amsterdam von der Seeseite her nähert, dann ist alles wieder vergessen, die Stimmung ist wieder exzellent, alle sind gut gelaunt und der Meinung: „Das ist wirklich toll, das ist eigentlich ein richtiges Abenteuer!“ (Lariessa) Und der Lehrer verkündet anschließend seinen Kollegen, dass eine solche Fahrt eigentlich das Nonplusultra sei, nichts Anderes käme mehr in Frage... U. Schlick

[1] Aus einer Broschüre der Hanzestad Compagnie

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